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Imerslund-Gräsbeck-Syndrom (IGS)

Die Erkrankung mit den vielen Namen: IGS, Imerslund-Najman-Gräsbeck-SyndromImerslund-Syndrom oder selektive Vitamin-B12-(Cobalamin)-Malabsorption mit Proteinurie.
Bei dieser sehr seltenen Erkrankung, die auch beim Menschen vorkommt, kann Vitamin B12 aus der Nahrung nicht aufgenommen werden. Dadurch kommt es zu Veränderungen im Blut und bei Nichterkennen und -behandeln zu unwiederbringlichen Schäden im Gehirn und im Nervensystem.

Wie erkenne ich, dass mein Hund an IGS leidet? Wenn Dein Hund zu den unten genannten Rassen gehört und schon im Alter von wenigen Monaten (Border Collies etwas später, ab 8 Monate) in einem schlechten körperlichen Zustand ist, sich körperlich nicht normal entwickelt, unter Appetitlosigkeit leidet, eventuell apathisch ist oder häufig Durchfall hat, kann die Ursache dafür IGS sein. Eine Blutuntersuchung belegt häufig eine Anämie, also eine Blutarmut, im Serum findet man einen stark erniedrigen B12-Spiegel. Ein Gentest bringt schließlich Gewissheit.

Was kann ich tun? Hier endlich mal eine Krankheit, bei der man was tun kann und die Hunde beschwerdefrei leben können – FALLS man frühzeitig die Diagnose erhält. Man gibt dem Hund einfach das B12 per Spritze. Ein Leben lang.
Wird die Krankheit allerdings erst spät oder gar nicht erkannt, dann kommt es u. a. zu Lebererkrankungen und der Hund kann auch an der IGS sterben.

Hunderassen
Beagle, Border Collie, Komondor
In wenigen Quellen habe ich auch den Riesenschnauzer und einmal den Yorkshire Terrier gefunden.

Wissenschaft
Hier liegt ein autosomal-rezessiver Erbgang vor.
Es kann eine Mutation von zwei Genen vorliegen, also unabhängig voneinander bewirkt die Mutation des einen oder des anderen Gens jeweils, dass B12 nicht ins Blut aufgenommen werden kann.
Vitamin B12 wird auch Cobalamin genannt. Der Körper kann es selbst nicht herstellen, deshalb muss es mit der Nahrung aufgenommen werden und es wird über verschiedene Bereiche des Dünndarms aufgenommen.
Die Erkrankung wird bei verschiedenen Hunderassen auf unterschiedlichem Wege nachgewiesen: Durch eine TaqMan SNP-Assay bei Beagle und Border Collie, durch Sequenzierung beim Komondor.
Häufig untersucht man zuerst das Blut. Dabei tritt meist eine Anämie zutage, zuweilen auch eine Neutropenie, was bedeutet, dass weniger neutrophile Granulozyten (eine bestimmte Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die der Erstabwehr von Bakterien dienen) im Blut vorhanden sind.
Neuere Studien habe ich zum Beagle, nochmal Beagle und zum Komondor gefunden.

Quellen hier, hier, hier und beim Menschen hier, wikipedia.